Idealisten vor dem Brandenburger Tor und dem Reichstag

Vorab:

Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Auferstehn;
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, was geschehn.
Und handeln sollst du so als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär dein. (Fichte)

Ein paar junge Leute sind wohl deshalb gestern vor das Brandenburger Tor gezogen, schreiben von einem »Marsch« durch das Tor hin zum Reichstag, wohin sie gekommen seien, »um zu bleiben«. Das Ganze haben sie schnell mit Bildern dokumentiert und über Facebook verbreitet:

Eins muß man ihnen lassen: Es mangelt ihnen nicht an Selbstbewußtsein. So sprechen sie schon von einem »neuen goldenen Zeitalter«.

So optimistisch bin ich da freilich nicht: Ich wäre schon froh, wenn in Deutschland ein paar mehr Kinder geboren werden, die Menschen ein paar gute Bücher mehr im Jahr lesen und ihre Konsumgewohnheiten umstellen würden. Vielleicht sind es ja auch die Pragmatiker, die Deutschland vor dem Schlimmsten bewahren, und nicht die Idealisten?

12 Kommentare

  1. Das Gedicht ist nicht von Johann Fichte sondern von Albert Matthai.

  2. »Vielleicht sind es ja auch die Pragmatiker, die Deutschland vor dem Schlimmsten bewahren, und nicht die Idealisten?«

    Auch Idealisten können pragmatisch sein..

  3. Lieber Herr Menzel,

    ich hatte Ihnen ja schon mal an anderer Stelle meine Gedanken zur IBD gesendet. Die Kraft der Identitären liegt nicht in der »Hirnwichserei«, sondern in der Tat.

    Wie schrieb man in der Sezession: Reden spaltet, die Tat verbindet! Dann kommt man auch nicht auf die Idee, sich allzu rasch, vom eigenen Landsmann zu distanzieren. Denn Seit an Seit während der Tat wird man erkennen, wer wirklich zu einem steht.

    Und da Sie den Idealismus hervorheben: vom Sofa aus oder in Lesezirkeln wird DEutschland nicht gerettet. Ich weiß ja nicht, wie es um Ihre Kinder(planung) bestellt ist… Wie viele haben Sie schon für Deutschland in die Welt gesetzt?

    Die Natur ist da knallhart: Kinder werden von Pragmatikern gezeugt, und nicht durch den Gedanken! Also an die Tat!

  4. Jetzt merke ich erst mal, wie vorbildlich ich bisher doch war:-)

    Von Kind an viel gelesen-
    von Jugend an viel gedacht -
    mit 30 Kinder gemacht-
    mit 60 über die Enkel gelacht -

    dazwischen Plakate geklebt
    Flugzettel verteilt -
    durch die Polizei
    in Stacheldraht geworfen -

    und immer noch
    trotz allem BRD – Mief
    aktiv, aktiv, aktiv..

  5. .. paar bessere Fotos wären auch nicht schlecht …

    Grundsätzlich schön anzusehen, Fahnen unter dem Brandenburger Tor – hoffentlich werden es beim nächsten mal ein paar hundert mehr und dann in spartanischer Phalanx-Marschordnung …

  6. @ vox populi

    »Ich weiß ja nicht, wie es um Ihre Kinder(planung) bestellt ist… Wie viele haben Sie schon für Deutschland in die Welt gesetzt?«

    »für deutschland« werde ich definitiv kein kind in die welt setzen und will auch mit keinem kind tauschen, daß entstanden ist, weil irgendjemand damit ein politisches signal senden wollte.

    sie können sich aber sicher sein, daß ich ein sehr intaktes privatleben habe, das aber eben privat bleibt. wenn sie wissen wollen, wie viele kinder ich schon in die welt gesetzt habe, müssen sie mich schon privat kennenlernen.

  7. @VoxPopuli

    Kann ein Mann (oder Frau) in der heutigen Zeit es tatsaechlich verantworten, ein deutsches Kind in die Welt zu setzen? Ich befuerchte, dieses Kind hat dann keine Zukunft. Ich befuerchte ausserdem, die niedrige »deutsche« Geburtenrate im Land Deutschland ist bereits das Ergebnis dieses Zustandes. Was koennen Eltern, soweit sie sich als deutsch bezeichnen, ihrem deutschen Kind fuer eine Zukunft bieten?

  8. Wir brauchen kein dekadentes Gelaber, wir brauchen Aktion.

  9. @ Felix:

    Verstehen Sie mich nicht bewusst falsch: Niemand soll Kinder »für« Deutschland im Sinne eines politischen Zeichens in die Welt setzen. Aber wir setzen doch Kinder in die Welt aus Liebe zum Eigenen? In mehrfacher Hinsicht! Darunter auch die Liebe zu unserem eigenen Blut, das damit eine lebendige Zukunft hat.

    Mir ging es bei IHren Ausführungen, die ähnlich wie die von »MArtin« sind, nur um meine stete Kritik an allen Bemerkungen a la: »Das müsste besser werden!« Wer nämlich so (!) argumentiert, scheut sich nur vor der eigenen Tat. MAn wird immer etwas finden, was noch besser sein müsste, sich noch ändern müsste, bevor (!) man selbst aktiv wird.

    Deshalb frage ich gerne, was der Kritisierende selbst (!) zum Erfolg beigetragen hat. Bei Ihnen war es eben die Kinderfrage, weil ich davon ausging, dass Sie genug (vielleicht zu viel?) lesen und nicht konsumorientiert sind.

    Bei Martin wäre es etwa die Frage, warum er nicht in Berlin zur Phalany-Marschordnung beigetragen hat. Kritisieren kann man nämlich immer.

    P.S.: Die private Fragen könnten Sie mir ja bei Facebook beantworten – vielleicht in Verbindung mit einer Replik auf meine hier nieder geschriebenen Gedanken:

    http://voxpopuliblog.wordpress.com/2012/12/17/wir-sind-die-identitare-generation-vergleich-zwischen-brd-und-frankreich/

    @ Rumpelstilzchens schwuler Freund:

    Welche »Zukunft« hatten denn die deutschen Kinder im 30jährigen Krieg? Zur Zeit der Pest? Der franz. Besetzung? Der mörderischen Bomben der Alliierten? In der wirtschaftlich darniederliegenden DDR?

    Mit Verlaub, diese Geisteshaltung entspringt einer manischen Angst vor dem Leben und dem fehlenden Glauben an eine bessere Zukunft, die bislang noch jede Generation vor uns hatte.

    Ziehen Sie nach Mitteldeutschland, da gibt es noch überfremdungsfreie Regionen.

  10. @vox populi:

    Sie haben mich missverstanden. Gemeckert habe ich nur an den Fotos – die könnten wirklich besser sein!

    Nicht an der Anzahl der Teilnehmer – da habe ich lediglich die Hoffnung auf eine größere Teilnehmerzahl in der Zukunft ausgedrückt.

    Da ich Vater von mehr als einem Kind bin, liegt mir ein Gelingen derartiger Aktionen am Herz.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.